Wenn die Mieten steigen, kauft doch

Mit einem Mietendeckel könne man sich gegen die Axt im Walde nicht behaupten. Menschen, die deshalb Zwillen bauen, haben Heinrich Zille völlig missverstanden.

Wenn es wahr ist, wovor die Schülerinnen und Schüler freitags warnen, müssen wir als Gesellschaft schnell und intelligent handeln. Die Schüler müssten also, statt zu streiken, in die Schule gehen und von ihren Lehrern einen Unterricht einfordern, der ihnen das Wissen auf der Höhe der Zeit vermittelt. Die Lehrerinnen und Lehrer müssten ihre Unzufriedenheit nicht an den Schülern auslassen, sondern nach oben melden.


Kurz gesagt: jede und jeder müsste an ihrem oder seinem Platz anfangen. Damit sich im Großen und Ganzen etwas ändert.

 

In Berlin laufen 20.000 Menschen durch die Stadt und protestieren gegen den Beschluss des Verfassungsgerichts, die Regelung zur Begrenzung der Mieten zu kassieren. Achtung; Wählerinnen, Knoten ins Taschentuch für die Bundestagswahl im September: FDP und CDU wollten den Mieterschutz nicht und klagten.

Böse Menschen twittern saudoofe Kommetare. Leistet doch erst mal was, dann könnt ihr euch was leisten. Ehe ich der Versuchunng nachgebe, verbal zurückzuschlagen, ein Traum. Wäre doch schön, wenn der Kaufinteressent am Telefon zu hören bekäme, Villa oder Loft seien leider besetzt.


20.000. Sind das viele, wie getwittert wird? Berlin hat 3,4 Millionen Einwohner vielerlei Geschlechts. Wenn nun rechte Kritiker auf die Einwanderung von Ausländern verweisen und sagen: die nehmen uns die Wohnungen weg, ist da insofern etwas dran, als jeder, der in einer Wohnung lebt, verhindert, dass jemand anders einzieht.

 

Weltweit sorgt aber der Flächenverbrauch der Reichen für Enge auf dem Wohnungsmarkt. Wenn in Bombay, Rio de Janeiro oder Montreal ein Loft die Fläche für fünf Mietwohnungen einnimmt, gehlt das bei fast 8 Milliarden Menschen nicht. Zumal in reichen Stadtvierteln auch mehr Platz für Grünanlagen beansprucht wird. Das ist in Berlin genauso. Lesen SIe Mike Davis, Planet of Slums.

 

Nicht die Reichen sind das Problem, sondern der Reichtum. Das den ewig Unbelehrbaen ins Stammbuch, die meinen, Menschen zu verletzen sei der Sache dienlich. Auch hier gilt: die Gewalt auf der Straße zwischen autonomen und befehligten Schlägern löst keines der Probleme. Ehrlicherweise muss sich eine Wohnrauminitiative auch für Begrenzung von Wohnraum einsetzen. Und zwar da, wo die Probleme entstehen. Und nicht allein auf der Straße. Ich finde 20.000 Protestierer enttäuschend wenig.

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Es heißt, Deutsche lösten, wenn sie Revolution machten, eine Bahnsteigkarte, bevor sie den Bahnhof stürmten. Heute wissen sie nicht, wo in der Shoppingmall, die sie stürmen, die Bahngeleise sind. Die Revolution ist - von oben kommend - gerade abgefahren.