Leiden an der Wirklichkeit

Über ein Virus des Wandels.

Wo kann ich hier mein Paradigma wechseln?

 

 

Nicht die Bilder von Massengräbern in New York werden bleiben. Auch die Bilder überfüllter Kliniken in Italien werden irgendwann eingeordnet; als Beweis für die eingesparte Vorsorge im profitorientierten Gesundheitssystem.

 

Bilder von isolierten Alten, im Sterben allein gelassen. Plastikberge einer Pandemiestrategie, die keine Sensoren mehr für das ökologische Eingebundensein der Menschen hat. Das Gefühl der Verlorenheit allein vor dem Bildschirm beim Ostergottesdienst. All das bleibt, wie die Einsamkeit.

 

Uns begleitet das Getöse der Konsumwerbung, die schreit: Du brauchst niemanden. Du bist Dir selbst genug. Du kannst es Dir beweisen mit der neusten App. Kaufe den Fahrradsimulator, der es Dir erlaubt, gemeinsame Freuden des Sports digital zu simulieren. Besiege Dich selbst.

 

Wir erleben gerade eine weitere Phase der Umwertung der Werte. Anders ausgedrückt: der Kapitalismus, der nur ein Ziel verfolgt, nämlich Geld zu noch mehr Geld zu machen, dringt wieder weiter in das Leben jedes Einzelnen ein. In dieser Gesellschaft ist jeder sich selbst der Nächste.

 

Die Bürgerinnen hätten Offenheit gebraucht. Sie hätten eine parlamentarische Vertretung gebraucht. Sie hätten Mut gebraucht, Räume, um sich zu treffen. Von Angesicht zu Angesicht. Der Mensch ist mehr als ein Apparat, der überleben will. Der Mensch ist schon gar keine Virenschleuder. Die Kirchen schweigen mehr oder weiniger. Es sei nicht die Zeit für Aufsässigkeiten, sagte der Vorsitzende der EKD, zu Recht: es geht um eine gesellschaftliche Wortmeldung.

 

Mich schockiert, wie tief die neue Moral sich in die Hirne und Herzen vieler Menschen gefressen hat. Die Auskunftspflicht zerstört die Privatsphäre. An die Stelle gesellschaftlicher Dialoge tritt die Diffamierung anderer als Verschwörungstheoretiker. Jetzt sei nicht die Stundeder Oppostion, sagen die Pandemisten . Sie profitieren noch nicht einmal. Den Profit streichen Menschen wie Bill Gates ein. Er verdient an der Digitalisierung ebenso wie an einem potentiellen Impfstoff. Doch um seine Interessen und die der anderen Multimilliardäre soll es an dieser Stelle nicht gehen.

 

Mir geht es um uns.

 

Wir lassen zu, dass die komplexe Realität der Welt auf eine Bedrohung verkürzt wird. Das Virus wüte hier bei uns; es halte grausame Ernte unter qualvoll dahinsiechenden Erkrankten und schockierend vielen Sterbenden. Solche Bilder entwarfen die Leitmedien. So schreiben es die Anderen ab. Wer so daherschwadroniert, weiß nichts vom wirklich massenhaften Leiden und Sterben an Krebs. Die das Virus zur einzigen Bedrohung unserer Gesundheit aufbauschen, retten Menschen - koste es andere Menschen ihre Existenz oder sogar das Leben.

 

Was die Pandemisten als Kollateralschaden bezeichnen, ist nicht weniger als unsere Kultur.                    



                                                                                            

 

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