Die ostwestfälische Vorhölle

Über katholische Seelenlandschaften

Wie steigert man schwarz? Ganz einfach: schwarz, Münster, Paderborn. Hier gehen die Menschen in die Kirche und wollen nicht so genau wissen, was der Pfarrer nach der Heiligen Messe mit den Messdienern treibt. Jedenfalls erzählen mir Menschen ungefragt von ihren Zweifeln am Personal der Kirche, von dem man sich das gute Verhältnis zu Gott nicht kaputtmachen lassen wolle.

 

In Rehda-Wiedenbrück bewahren 500 Jahre alte Fachwerkhäuser das Flair der Hexenjagden. Hier verdient Herr Tönnies sein Geld mit dem massenhaften Abschlachten von Tieren. Eine Brutalität, für die man keine Einheimischen findet. Schon gar nicht zu so günstigen Löhnen. Man holt also Sklaven, die hartgesotten und verzweifelt genug für die Tierverwertung sind, aus Bulgarien, Weißrussland und China, wie Einheimische zu wissen meinen.

 

Herr Tönnies beschäftige sie für einen Euro pro Stunde, erzählen sie nicht allzu empört. Herr Tönnies ist ein geachteter Mann. Das können seine Lohnsklaven nicht von sich behaupten. Sie bekommen immerhin genug Geld zusammen, um in ihren Herkunftsländern die Familie zu ernähren.

 

Dem Schlachter hat kürzlich sein Unbewusstes einen schlimmen Streich gespielt. Es ließ ihn etwas sagen, was ein kultivierter Weißer nie sagen würde. Das war er nicht selbst, machte er eine Öffentlichkeit glauben, die nichts lieber wollte als das. Denn per Definition kann ein mehrfacher Milliardär kein Rassist sein. Das sind nämlich üble Burschen, die dunkelhäutige Menschen verachten und manchmal sogar umbringen. Das würde Herr Tönnies niemals tun. Er würde auch niemals in seinen Schlachthöfen arbeiten. Dafür ist er viel zu zart besaitet.

 

Viele Schalke Fans waren nicht zufrieden. Sie hätten sich eine bessere Ausrede ihres Aufsichtsrats gewünscht. Den meisten Menschen reicht es aber so.  Und dann sind da noch die Schalke Fans, wie die von Dortmund oder Paderborn, die Herrn Tönnies danken für das Lebensmittel, das er in die Läden bringt. Auch wenn das, was er als Fleisch verkauft, nur noch den Namen mit dem gemeinsam hat, was einmal Fleisch war. In der Pfanne schwurbelt es auf einen kleinen Rest zusammen. Die Menschen wollen einfach glauben, es handle sich um ein Stück Lebenskraft und sind froh, dass es kaum etwas kostet. Sie glauben ja auch, Fußball sei ein Spiel, das ihnen gehört. 

 

Den meisten Westfalen scheint es egal zu sein, unter welchen Bedingungen mitten im demokratischen Rechtstaat Sklaven gehalten werden. Es geht gutbürgerlich zu in Gütersloh und Umgebung. Man könnte diesen Landstrich mit Recht idyllisch nennen, wüchse nicht überall Mais für die E-Mobilität.

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