Herr Tillich und der Völkermord

Dialog im Dunkeln

Ein besorgter Dresdner Bürger fragte während einer Veranstaltung seinen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, CDU:

„Was tun Sie eigentlich gegen den Völkermord an den Weißen?“ 2020, so rechnete er vor, seien die Einwanderer in Deutschland in der Mehrheit.

 

Tillich reagierte wie folgt:

a)      Er hielt einen Vortrag über Menschenrechte und Integration, Tenor „Wir schaffen das“.

 b)   Er fragte den Bürger nach seinem Arier-Nachweis. Er selbst habe keinen.

 c)    Er verwies auf das Asylrecht und sagte „Nicht alle, die kommen, dürfen auch bleiben“.

 d)   Er erinnerte daran, dass DDR-Bürger „die Mauer muss weg“ gefordert hatten, ohne an die Folgen zu denken.

 e)   Er verwahrte sich gegen den Begriff „Völkermord“, wandte sich gegen Rassismus und lud alle, die danach noch dazu bereit waren, zu einer Diskussion über Probleme der kapitalistischen Globalisierung ein.

 

Falsch sind

a)  Diese Antwort hätte die Reporterin des zeitmagazins sich gewünscht.

b) Mit dieser Antwort hätte Tillich den besorgten Bürger auf die Tradition hingewiesen, in der er steht. Tillich gehört nicht zur Volksgemeinschaft. Er ist Sorbe.

d) Ich liebe Deutschland so sehr, dass ich gern zwei hätte, sagte man damals im Westen. Gern auch mit Mauer.

e) Mein Favorit.

 

Antwort c) ist richtig:

Sachsens Ministerpräsident Tillich signalisierte seinen rechtsradikalen Bürgern: Ich bin einer von Euch. Er machte sogar alles noch schlimmer: „Frau Merkel und ich sind auch keine Könige. Wir müssen auch um unsere Meinung werben und vor dem Parlament vorsprechen. Demokratie heißt auch, eine Meinung zu finden, die für die Mehrheit akzeptabel ist.“ Soll wohl heißen: Wir können nicht so, wie wir wollen, weil es zu viele liberale Demokraten gibt.

 

Für alle, die es nicht fassen können: Herr Tillich ist noch im Amt.

 

Quelle: zeitmagazin, 26. 1. 2017

 

zurück

Soll man mit Pegida und AfD dikutieren?

Ja, unbedingt. Man sollte jedoch eine eigene Position vertreten.